„Und jede Neuerung ist Irreführung“ – Neosalafismus im Fokus bekenntnisorientierter Präventionsarbeit

Der Salafismus ist zeitgenössisch in aller Munde, wobei oft nicht genau deutlich wird, was diesen ideologisch ausmacht und wie dieser sich von einem traditionsgebundenen Religionsverständnis unterscheidet. Phänomene wie Salafismus und Islamismus erscheinen auf den ersten Blick als unabdingbares Produkt einer konsequent gelebten Religiosität, und erschweren so eine differenzierte Perspektive auf religiösen Extremismus unter Muslimen. „Was genau ist Salafismus eigentlich?“ „Wie erkenne ich eine religiöse Radikalisierung?“ „Wie kann ich dem pädagogisch begegnen?“

Im Rahmen seiner diesjährigen Schulung bietet das Projekt „Al Etidal“ Ihnen erstmals die Möglichkeit, aktuelle Themen wie Salafismus und islamistische Radikalisierung aus einer islamtheologischen Perspektive heraus kennenzulernen. Schwerpunkt der Schulung ist es, den Salafismus in seinem historischen Urspung zu skizzieren und in einen praktischen Bezug zu einem klassischen Islamverständnis zu setzen, um die Teilnehmenden so präzise auf die Indikatoren einer eventuellen Ideologisierung bei Jugendlichen zu sensibilisieren. Pädagogen und Pädagoginnen soll hierbei eine Plattform geboten werden, in einen gemeinsamen Austausch mit den Teammitgliedern zu treten und so praxisnahe Gegenstrategien zu entwickeln.

Allgemeine Informationen:

Die Multiplikatorenschulung findet am Samstag, den 10.11.2018 und Sonntag, den 11.11.2018 im Zeitraum zwischen 09:00 Uhr und 17:00 Uhr statt.

Die Teilnahme mit Verpflegung (vegetarisch) ist für Sie kostenlos und findet im LIDICE Haus (Weg zum Krähenberg 33A, 28201 Bremen) statt.

Laden… Laden…

 

Verfügbare Module:

Modulbeschreibung: Muslimische Jugendliche befinden sich in einer individuellen religiösen Identitätsfindung mit dem Islam, in einer Zeit säkularer Religiosität in Deutschland. In ihrer jugendlichen Sinnsuche begegnen fast alle auch, selektiv ideologisch aufgeladenen religiösen Konzepten. Im Verhältnis zwischen religiöser Sozialisation und postsäkularer Auseinandersetzung mit Religion in Orten wie Schule, folgen Ausdrücke oder Verhaltensweisen, die Pädagogen vor Herausforderungen stellt, individuelle Religiosität von einer Radikalisierung zu unterscheiden. Inhalt:
  • Lebenswelten und Weltvorstellungen von religiösen Jugendlichen im Vergleich
  • Diskussion über die Rolle von Religion und Religiosität im 21. Jahrhundert
Ziele:
  • Einblick in mögliche Weltanschauungen muslimischer Jugendliche in Deutschland
  • Reflexion der pädagogischen Rolle der Teilnehmenden in Bezug auf die Bewertung von Religiosität bei Jugendlichen
Modulbeschreibung: Dieses Modul führt die ideologischen Ursprünge des Salafismus an und setzt diese in Bezug zur klassisch sunnitisch-schiitischen Lehrtradition des Islam. Unterschiede und Gemeinsamkeiten zwischen Tradition und modernen Erscheinungen von religiösem Fundamentalismus sollen hierbei genauer bestimmt werden. Schwerpunkt dieses Moduls ist es ferner, die Teilnehmenden für die spezifischen identitären Marker einer religiösen Radikalisierung anhand von ausgewählten Beispielen zu sensibilisieren. Inhalte:
  • komprimierte Informationen zu zentralen Glaubensinhalten und Geschichte des Islam
  • Vermittlung präziser historischer und ideologischer Kenntnisse zum Thema Wahhabismus/Salafismus, sowie dessen Verhältnis zur islamischen Tradition
Ziele:
  • inhaltliche Eingrenzung und Definition des Salafismus, mit dem Ziel, diesen im Rahmen pädagogischer Arbeit von einem traditionellen Religionsverständnis unterscheiden zu können
  • Salafismus und islamistische Überzeugungen anhand spezifischer Ausdrucksweisen von Jugendlichen erkennen zu können
Modulbeschreibung: Dieses Modul möchte das vermittelte Hintergrundwissen zum Salafismus vertiefen. Salafisten suchen junge Sinnsuchende häufig durch ihr bewusst kompromissloses Auftreten und literalistisches Textverständnis für sich zu gewinnen. Anhand ausgewählter Beispiele soll die vom Salafismus beanspruchte Deutungshoheit über die islamische Tradition in einem gemeinsamen Workshop praktisch dekonstruiert werden. Pädagogen soll dabei vermittelt werden, Schülern und Schülerinnen religiöse Identitäten als notwendig mehrdeutige Phänomene zu vermitteln, und einer religiös begründeten Radikalisierung auf hermeneutischer Ebene das Fundament entziehen zu können. Inhalte:
  • Vorstellung innermuslimischer Vielfalt
  • Praxisblock: diskursive Erarbeitung unterschiedlicher Interpretationen exemplarischer Textpassagen
Ziele:
  • Sensibilisierung für das Aufzeigen alternativer (religiöser oder nichtreligiöser) Identitäten
  • Toleranz fördern durch Vermittlung mehrdeutiger Identitätsmodelle
Modulbeschreibung: Dieses Modul zielt darauf ab, die Teilnehmenden mit präzisen Informationen zu salafistischen Aktivitäten im Raum Deutschland auszustatten. Dabei sollen sowohl die unterschiedlichen Ausprägungen und Subgruppierungen des deutschen Salafismus diskutiert, als auch auf die verwendeten Werbestrategien gegenüber Jugendlichen und jungen Erwachsenen eingegangen werden. Schwerpunkt dieses Moduls ist es, zuvor erworbene Kenntnisse zum Thema Salafismus in einen deutschlandbezogenen Kontext zu setzen, um Pädagogen so zu ermöglichen, sensibler auf die Bedürfnisse betroffener Jugendlicher reagieren zu können. Inhalte:
  • Vorstellung salafistischer Aktivitäten und Gruppierungen in Deutschland
  • Praxisblock: Medienanalyse
Ziele:
  • Anziehungskraft salafistischer Prediger analysieren
  • salafistische Narrative kennenlernen und praktisch dekonstruieren lernen
 

 

Anmeldung:

Anmeldung ist ab dem 01.10.2018 über untenstehendes Formular möglich. Die Teilnehmerzahl ist begrenzt.